Ich mache mir Sorgen!

      Ich mache mir Sorgen!

      Hallo zusammen,

      ich mache mir ernsthafte Sorgen bzw. Gedanken und bitte euch um Rat. Wie wahrscheinlich einige von euch wissen, habe ich Paulchen seit August 2016. Er ist im Juni 2016 geboren, somit nun 9 Monate alt. Bisher war auch alles prima, bis auf ein paar kleine Beißattacken im Herbst. Die waren allerdings halb so wild. Nun gibt es 2 „Probleme“ bzw. Sorgen:

      Problem 1: Werde ich ihm gerecht? Oder mache ich mir einfach nur zu viele Gedanken?

      Vor Anschaffung eines Hörnchens habe ich mich lange mit deren Bedürfnissen, Haltungsbedingungen, etc. befasst. Der Kleine hat eine Voliere mit den Maßen 2m x 1m x 1m, genügend Häuschen (ca. 7), Beschäftigungsmaterial, Seile, eine Buddelkiste, uvm. Auslauf bekommt er jeden Tag. Beim Auslauf hat er einen großen Kratzbaum und viele andere Dinge, die ihn aber nicht interessieren.Da ich berufstätig bin, läuft es so ab, dass ich für ihn jeden Morgen um 6 Uhr aufstehe, um ihn dann ca. 1.5 – 2 Std. in der Wohnung laufen zu lassen. Danach richte ich ihm immer das Futter und gehe zur Arbeit – entsprechend komme ich erst spät abends nach Hause. Meist gegen 20/21 Uhr. Er geht zur Zeit gegen 17/18 Uhr schlafen, im Winter gegen 16 Uhr. Es gibt Tage, an denen ich es zeitlich nur bedingt schaffe und er nur 1 Stunde draußen ist, aber das versuche ich zu vermeiden. An Wochenenden kommt er öfters und länger raus.

      Nun frage ich mich: ist das genug? Quäle ich ihn nicht??? Am Anfang gelang mir das ganz gut und ich hatte kein schlechtes Gewissen, aber mittlerweile könnte ich jedesmal losheulen, wenn ich die Tür hinter mir zuziehe. Ist das normal? Sind diese Sorgen gerechtfertigt? Oder ist das alles „nur in meinem Kopf“? Ich bitte euch um eine ehrliche Einschätzung. Ich will das Beste für meinen kleinen Schatz.

      Problem 2: Aggressionen

      Seit ein paar Wochen ist Paulchen extrem aggressiv. Er greift oft ohne Vorwarnung an, hing mir schon mehrmals im Gesicht und hat mir die Nase und auch Hände blutig gebissen. Ich lasse ihn raus, setze mich aufs Sofa, bin dann absichtlich ganz ruhig und bewege mich nicht, weil er sonst angreift. Aber auch dann, wenn ich NICHTS tue, springt er mich plötzlich an und beißt zu. Danach bewege ich mich wieder nicht, weil ihn das nur weiter provozieren würde, er beruhigt sich und ein paar Minuten später spielt sich dasselbe von vorn ab. Sind solche Aggressionen im Frühjahr „normal“? Kommt das häufiger vor? Oder liegt das eventuell an seiner fortschreitenden Geschlechtsreife? Seine Hoden sind im Januar quasi „explodiert“ und einfach nur riesig. Ich dachte an viele Dinge: könnte er Schmerzen haben? Ist er gelangweilt/nicht ausgelastet? Er zeigt seit ein paar Tagen ein komisches Verhalten, ich versuche das mal in den nächsten Tagen auf Video zu bekommen. Es ist ein Kauen, dann tut er, als würde er das gekaute Futter in sein Fell „einarbeiten“ und anschließend schmiert er sich das Mäulchen an mir oder dem Sofa ab, wobei so ein Brei an mir kleben bleibt. Er ist in den letzten 3-4 Wochen sehr ruhig gewesen (trotz Aggressionen), hat sich oft auf meinen Bauch gelegt und gedöst. Er hat immer meine Nähe gesucht und war völlig entspannt. Seit einigen Tagen rennt er ständig durch die Wohnung, ohne Pausen einzulegen. Sein Verhalten macht mir Sorgen, zumal ich nicht weiß, ob das an der Jahreszeit oder an etwas anderem liegen könnte. Er frisst normal, trinkt und köttelt/pieselt zur Zeit alles voll. Ob Sofa, oder mich.

      Ich habe wirklich Gewissensbisse, was seine Haltung angeht – ich bin mir nicht sicher, ob er bei mir ein gutes Leben hat. Natürlich versuche ich es ihm so schön wie möglich zu machen, aber reicht das? Meine Freunde und Familie sagen, dass er bei mir das schönste Hörnchenleben überhaupt hat, aber was heißt das schon; was wissen die denn schon über artgerechte Haltung?

      Ich bitte euch um ehrlich Meinungen und evtl. könnt ihr mir erzählen, wie ihr eure Hörner trotz Berufstätigkeit haltet? Könnt ihr meine Gedankengänge nachvollziehen?

      Liebe Grüße
      Hallo!

      Natürlich kann ich Deine Gedanken gut nachvollziehen. ICh finde das toll, denn meiner Meinung nach zeichnet es einen guten Tierhalter aus, sich ständig zu hinterfagen! :knutsch2:

      Ich finde, es klingt ganz prima, was Du über seine Haltungsbedingungen schreibst.
      Du stehst extra für ihn auf und lässt ihn raus, ermöglicht ihm den täglichen Auslauf! Super! :daumenh: Wenn er einen großen Bewegungsdrang hat (ich habe ja eher das Chillhorn): Einen größeren Käfig findet sicher jedes Tier toll (vielleicht einen Tunnel zu einem schönen Ausguck am Fenster oder sowas) und wäre ihm am Tag, wenn Du arbeitest vielleicht angenehm.

      Dass die Nasen jetzt so große Hoden haben, das ist normal, da tut ihm nichts weh. Keine Sorge.
      Normal ist bei vielen Hörnchen im Sommer, dass sie ruhiger sind und lange herumsitzen und aus dem fenster oder von einem Ausguck schauen. Keine Sorge, das ist kein Zeichen für Krankheit.

      Zu den Aggressionen kann ich nichts sagen, denn ich habe ein sehr liebes Horn. Natürlich hat er jetzt jede Menge Hormone, evtl liegt es daran. Auf jeden Fall liegt es an den Hormonen, dass er jetzt herummarkiert. Das Nasereiben und Herumrutschen gehört da genauso dazu wie das Pieseln. Das letzte ist natürlich saudoof. Macht Attila auch. Vielleicht kannst Du die entsprechenden Ecken durch Lappen schützen, das Sofa mit einem Überwurf versehen.

      Insgesamt ist jedes Hörnchen eine Wundertüte.
      Immer wieder neu.
      Und manchmal wacht man morgens auf, lässt sein Horn raus und es hat +ber nacht seinen Charakter völlig umgestellt.

      Ich denke, nur die Aggressionen sind wirklich etwas, an dem man evtl arbeiten kann, den Rest funde ich ganz normal.
      Liebe Grüße von Wiltrud!

      Bei uns leben: Adahe und Mojak, die Rothörnchen und Sam, das Streifenhörnchen.
      Außerdem 4.0 Alpakas, 2.0 Lamas, 0.1 Katze, 3.1 Kaninchen, 0.4 Wachteln, 2.0 Rennmäuse


      Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin,
      und niemand ginge, einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.
      (Kurt Marti)